Salzburg, am 20. Februar 2008

Heimischer Milchwirtschaft den Rücken stärken!

Die österreichischen Milchbauern haben in den vergangenen Monaten durch die seit Langem überfälligen Erhöhungen beim Erzeugerpreis wieder Mut geschöpft. Viele Betriebe sehen wieder eine Zukunft in der Milcherzeugung. Überschattet wird die gute Stimmung aber durch die geplante Abschaffung der sogenannten Milchquotenregelung. Bislang kann jeder Milchproduzent in der EU nur so viel Milch an eine Molkerei abliefern, wie er auch Lieferrechte besitzt. In den kommenden Jahren soll dieses System nun von der EU geändert und der Markt weitgehend liberalisiert werden. Dazu der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Abg. z. NR Ök.-Rat Franz Eßl: „Die Quotenregelung war bislang ein Garant dafür, dass sich Angebot und Nachfrage weitgehend die Waage halten. Für die Landwirte konnte so der Erzeugerpreis stabilisiert werden. Die österreichische Agrarpolitik setzt sich daher vehement für die Beibehaltung dieser Regelung ein. Leider müssen wir aber feststellen, dass die Chancen für die Beibehaltung der Quotenregelung immer geringer werden“, so Eßl. 

Welche Chancen haben Österreichs Milchbauern in einem liberalisierten Markt? Eine Frage, der man beim Milchwirtschaftstag der Landwirtschaftskammer Salzburg am Montag dieser Woche nachging. „Unsere Landwirte können im Wettbewerb durchaus bestehen“, kann man die Aussagen von Dipl.-Ing. Christian Rosenwirt (Landwirtschaftsministerium) und Dipl.-Ing. Franz Sinabell (WIFO) auf den Punkt bringen. Für Betriebe in Gunstlagen wird der Zwang zum Wachstum aber deutlich stärker werden als bisher, für Betriebe im Berggebiet und in benachteiligten Regionen wird es EU-finanzierte Ausgleichsmaßnahmen geben müssen. Präsident Franz Eßl: „Es liegt auf der Hand, dass ein Bergbauernbetrieb mit jeder Menge natürlicher Nachteile nicht mit einem Großbetrieb in Ostdeutschland konkurrieren kann. Wollen wir weiterhin eine flächendeckende Bewirtschaftung in Salzburg haben, müssen wir den Milchviehbetrieben auch in Zukunft den Rücken stärken.“ 

Eßl weiter: „Die Abschaffung der Quotenregelung bringt klare Vorteile für die Großbetriebe und die Agrarindustrie. Wir können unsere Milchproduktion und die damit verbundene kleinstrukturierte und naturnahe Bewirtschaftung langfristig nur dann erhalten, wenn die Landwirte entsprechendes Einkommen verdienen. Dafür ist es notwendig, dass sich beispielsweise die gestiegenen Produktionskosten, etwa bei den Futtermitteln, in den Erzeugerpreisen wiederfinden. Ich fordere daher den Handel erneut auf, die Preiserhöhungen, die in den Milch-Regalen vorgenommen wurden, endlich auch an die Bauern weiterzugeben.“