Nationalrat für verbesserte EU-Kennzeichnung von Lebensmitteln und Imitaten:
Franz Eßl: Heimische Konsumenten haben hohes Qualitätsbewusstsein
„Lebensmittelvielfalt ja – Analogkäse oder Schummelschicken nein!“ – Der Wunsch der heimischen Konsumenten nach ehrlicher Qualität bei Lebensmitteln und klarer Information über deren Herkunft und Inhalt hat den Nationalrat veranlasst, in einer Fünf-Parteien-Entschließung konkrete Maßnahmen von der Regierung einzufordern, um sowohl alle nationalen Spielräume bei einer Positiv-Kennzeichnung und einer neuen Gütezeichenregelung auszuschöpfen aber auch auf europäischer Ebene den Druck nach einer EU-weiten Lebensmittelkennzeichnung zu erhöhen. „Ob verpackte Waren oder frische, ob im Kaufhausregal oder im Restaurant, die Menschen wollen zu Recht wissen, was sie auf dem Teller haben“, unterstreicht der ÖVP-Abgeordnete Franz Eßl die Anliegen der Materie. Eine umfassende Kennzeichnung sollte vor allem über Herkunft und Produktionsweise Auskunft geben. „Viele Konsumenten wollen keine Gentechnik in ihren Lebensmitteln. Andere möchten auch über die Haltungs-formen – etwa der Legehennen – informiert werden“, fasst der ÖVP-Abgeordnete die Forderungen zusammen.
Wie ein Untersuchung des Magazins „Der Konsument“ ergeben hat, ist es kaum überschaubar, welche Art von Käse etwa auf der Pizza Margherita an der Straßenecke oder in vergleichbaren Fertigprodukten verwendet wird. Eine AMA-Studie hat überdies ergeben, dass rund 45 Prozent des Außer-Haus-Fleischkonsums aus dem Ausland stammt. „Immer mehr Menschen konsumieren in Gaststätten und Betriebskantinen oder kaufen Fertigprodukte“, ist Eßl froh, dass alle Parlamentsparteien dem Gesundheitsminister einen Auftrag zur klaren Positiv-Kenn-zeichnung erteilt haben.
GÜTESIEGEL ALS BOLLWERK GEGEN SCHUMMELPRODUKTE
Ein verlässliches und umfassendes Gütezeichengesetz könnte noch heuer umgesetzt werden und mit 1. Jänner 2010 in Kraft treten. „Ein Gütesiegel spornt die Konsumenten an, mehr auf die heimische Herkunft und Regionalität des Produktes zu achten“, ist Eßl überzeugt. Mit dem AMA-Gütesiegel, das bereits einen Bekanntheitsgrad von 95 Prozent und einem Glaubwürdigkeitgrad von 87 Prozent besitzt, bleibt die Wertschöpfung im Land und die damit ausgezeichneten Produkte sichern rund 50.000 Menschen ein regelmäßiges Einkommen. „Ein Qualitäts-gütesiegel ist das beste Bollwerk gegen Schummelprodukte“, betont Eßl und verweist auf die gemeinsame Erklärung des Nationalrates: „Qualitätsprogramme, die auf Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe bei Produktion und Verarbeitung sowie auf klar über den gesetzlichen Vorgaben liegende andere Qualitätsparameter setzen, steigern die Qualität und Sicherheit bei der Herstellung, stärken das Vertrauen der Verbraucher und sind ein wesentlicher Beitrag zu Absicherung der österreichischen Landwirtschaft.“
23.11.2009