Salzburg, am 30. November 2007

Brief von Abg. z. NR Präs. Franz Eßl

Landeshauptfrau 
Mag. Gabi Burgstaller

Chiemseehof
5020 Salzburg

Sehr geehrte Frau Landeshauptfrau,

die gestern im Zusammenhang mit der Raumordnungsdebatte von Stadtrat Panosch getätigten Aussagen über die Eigentümer von Grund und Boden haben mich mehr als verwundert. So ist die Aussage von Panosch im ORF-Morgenjournal, dass sich kein Grundeigentümer aussuchen kann, was er auf seinem Grundstück macht, eine völlige Negierung der Rechte eines Grundeigentümers, wie sie in verschiedenen Gesetzesmaterien, wie insbesondere im Staatsgrundgesetz oder im ABGB geregelt sind. Panosch hat offensichtlich vergessen, dass er als gewählter Volksvertreter geschworen hat, die Verfassung einzuhalten, die ein Recht auf Eigentum vorsieht. Mit einer derartigen Aussage disqualifiziert sich Panosch und greift damit jegliches Privateigentum an, was unakzeptabel ist.

Ich ersuche Dich, sehr geehrte Frau Landeshauptfrau, zu dieser Meinung von Stadtrat Panosch umgehend Stellung zu nehmen und klarzustellen, dass man so mit Eigentum und Grundeigentümern nicht umgehen kann. 

Weiters ersuche ich dringend um einen Aussprachetermin, da Stadtrat Panosch mit seinen unhaltbaren Aussagen das Bild des Bauern in der Gesellschaft in ein fragwürdiges Licht rückt. Die Bäuerinnen und Bauern leisten mit ihrer Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Wirtschaftssystems, insbesondere für die in Salzburg so wichtige Tourismuswirtschaft. Als Präsident der Landwirtschaftskammer und damit als Vertreter der Bäuerinnen und Bauern des Landes fordere ich Dich deshalb vor allem in Deiner Funktion als Vorsitzende der SPÖ-Salzburg, aber auch als Landeshauptfrau auf, zu diesen unqualifizierten Aussagen von Seiten Stadtrat Panosch Stellung zu beziehen.

Mit der Bitte um rasche Bekanntgabe eines Gesprächstermines verbleibe ich
Mit freundlichen Grüßen

Abg. z. NR Präsident Franz Eßl