Landwirtschaftskammerpräsident NR Franz Eßl bleibt dabei:
Kleine gut fördern ja – Neiddebatte nein!
Mit der SPÖ-Forderung, die Direktzahlungen für die Bauern zu
kürzen, haben SPÖ-Staats-sekretär Andreas Schieder und im
Gefolge Bundeskanzler Werner Faymann und der Salzburger SP-Agrarsprecher
Robert Zehentner einen Nährboden für eine äußerst gefährliche
Neiddebatte gelegt. "In einer Gesellschaft, die auf gesunde
Lebensmittel und eine intakte Natur sehr viel wert legt,
erhalten unsere Bauern für ihre Leistungen zur ökologischen
Bewirtschaftung Entgelte als Gegenleistung für dadurch
entstandene Mindereinnahmen. Je größer ein Betrieb ist, desto
höher fallen auch die Mindereinnahmen aus", lehnt der Salzburger
Landwirtschaftskammerpräsident Nationalrat Franz Eßl die SPÖ-Forderung
ab. "Es ist außerdem blauäugig zu glauben, dass von den
Kürzungen bei Großbetrieben andere Bauern profitieren könnten.
Das Geld für die Bauern ist dann sicher weg!", warnt Eßl.
Ertragseinbußen ausgleichen!
"Wenn heimische Bauern auf Spritzmittel und Kunstdünger
verzichten, dann hat das auch Konsequenzen beim Hektar-Ertrag!
Und je größer die bewirtschaftete Fläche, umso höher die
finanziellen Einbußen. Diese Ertragseinbußen sind dann auch
auszugleichen, wenn man will, dass unsere Bauern auch weiterhin
ökologische Leistungen erbringen", betont Eßl. Die "Milchmädchenrechnung",
wie sich die SPÖ das vorstellt, funktioniert in der
Landwirtschaft nicht. Man kann nicht einfach eine Grenze
einziehen und sagen, ab einer gewissen Höhe, bekommst du keine
Zahlungen mehr. "Möchten SPÖ-Funktionäre wirklich dafür
verant-wortlich sein, wenn künftig etwa Investitionen bei
Stallbauten nicht mehr vernünftig unter-stützt werden, wenn die
Erhaltung und Errichtung von Alm- und Forst- bzw. Güterwegen
nicht mehr finanzierbar sind", gibt Eßl zu bedenken. "Unsere
Bauern erbringen wertvolle Leistungen und erhalten dafür
Gegenleistungen - auch aus öffentlicher Hand! Daran ist nicht zu
rütteln", so der Landwirtschaftskammerpräsident.
Gerade mit der Einführung des Bergbauernsockelbetrages ist Franz
Eßl ein wesentlicher Baustein zur Unterstützung sehr vieler
kleiner Bauern gelungen. "Hier habe ich persönlich sehr darauf
geachtet, dass vor allem kleinere Betriebe verhältnismäßig mehr
bekommen", stellt Eßl klar. Diese Leistungsabgeltungen sind
keine Sozialleistungen sondern Entgelte für Leistungen, die etwa
im Umweltbereich, erbracht werden. "Es ist schlichtweg unseriös
und für die gesellschaftliche Entwicklung gefährlich, am Rücken
der Bauern eine klassenkämpferische Neiddebatte zu führen",
warnt der ÖVP-Nationalrat nicht nur vor einer Zerschlagung der
bäuerlichen Struktur in Österreich sondern auch vor dem Verlust
unzähliger Arbeitsplätze und der Gefährdung unserer heimischen
Lebensmittelsicherheit.
Die Österreichischen Bundesbahnen bekommen ein Mehrfaches von
dem, was jährlich an die Bauern ausbezahlt wird. "Gibt es dort
eine interne Diskussion über Kürzungen und Um-verteilung? Nein!
Die von der SPÖ bewusst geschürte Debatte ist fachlich
ungerechtfertigt und deshalb dürfen wir Bauern nicht in diese
Falle tappen", warnt Franz Eßl abschließend.