Salzburg, am 21. März 2008

Kein Preiskampf auf dem Rücken der Bauern!
Milchbauern dürfen nicht Opfer eines ruinösen Preiswettbewerbes im Handel werden.

Nach mehreren Monaten einer vernünftigen Preisgestaltung bei Lebensmitteln setzen einige Handelsketten neuerdings wieder auf „Preiskampf“. So wurden bei Butter und Trinkmilch, also bei genau jenen Produkten, die im Lebensmittelhandel als Signalprodukte gelten, die Verkaufspreise im Regal wieder gesenkt. Offenbar auch eine Reaktion auf die zuletzt in der Öffentlichkeit meist einseitig geführte Lebensmittelpreisdiskussion.

Bauern brauchen Wertschöpfung
Der Landesobmann des Salzburger Bauernbundes Abg. z. NR Franz Eßl sieht allerdings keinerlei Veranlassung die Erzeugermilchpreise zu senken. „Die Milchbauern haben aufgrund massiv angestiegener Betriebsmittelpreise mit sehr hohen Produktionskosten zu kämpfen. Energie oder auch Futtermittel sind preislich im letzten Jahr überdurchschnittlich in die Höhe geschnellt. Eine Senkung der Erzeugerpreise kommt daher nicht in Frage und ist auch nicht argumentierbar“, richtet der Nationalratsabgeordnete seinen Appell in Richtung Großhandelsbetriebe. „Wenn der Lebensmittelhandel seinen Konkurrenzkampf wieder über die Preisgestaltung bei Trinkmilch und Molkereiprodukten führen will, muss er dies zu Lasten der eigenen Handelspannen tun. Diese sind in Österreich ohnehin deutlich höher als in Deutschland zeigt sich Eßl entschlossen“. „ Die in den letzten Wochen präsentierte Bilanz einer österreichischen Großhandelskette und die kurz darauf angekündigten Expansionspläne in osteuropäischen Ländern bestärken mich überdies in meiner Ansicht“, so der Landesobmann des Salzburger Bauernbundes Franz Eßl.
„Ich erwarte aber auch von unseren Verarbeitungsbetrieben, dass sie dem Druck des Großhandels standhalten und mit Geschlossenheit antworten. Jetzt klein beigeben wäre ein fatales Zeichen an jene Bauern, die fest mit ihren Betrieben verbunden sind“, so Abg. z. NR Franz Eßl. 

Quotenerhöhung – eine Fehlentscheidung
Der EU-Agrarministerrat hat vor wenigen Tagen gegen die Stimmen von Österreich und Deutschland eine Ausweitung der Milchquote beschlossen. „ Den Beschluss des Ministerrates die Milchquote ab 1. April 2008 europaweit um zwei Prozent zu erhöhen, halte ich für eine Fehlentscheidung“, stellt Abg. z. Nationalrat Franz Eßl fest. „Die zusätzlich produzierte Milchmenge belastet den Markt und wird zu einem erheblichen Preisdruck führen. In Summe begünstigt diese Entscheidung die industrielle Landwirtschaft. Das liegt, wenn es vordergründig auch anders erscheinen mag, auch nicht im Interesse der Konsumenten. Wir dürfen zudem gespannt sein, wie es den Milch verarbeitenden Betrieben gelingen wird diese Situation zu meistern. Es stellt sicher eine besondere Herausforderung dar, eine zusätzliche Milchmenge in dieser Größenordnung in Form von innovativen Produkten mit einer entsprechenden Wertschöpfung auf den Märkten unterzubringen“, so Eßl abschließend.