Zum Thema Transparenzdatenbank:
Trampolin statt Hängematte!
Ziel ist es, dass die Mindestsicherung
nicht als sozialen Hängematte gesehen wird sondern als Trampolin
für eine Verbesserung der sozialen Situation genutzt wird. Hilfe
für die Bedürftigen und Sanktionen bei Missbrauch! Das sagte der
ÖVP-Abgeordnete Franz Eßl im Rahmen der Plenardebatte zum
Beschluss von Mindestsicherung und Transparenzdaten-bank. Kritik
übte der Salzburger Landwirtschaftskammerpräsident zudem an der
anonymisierten Form der Transparenzdatenbank für
Sozialleistungen: "Wenn Zahlungen an bäuerliche Betriebe in der
neuen Transparenzdatenbank aufgelistet sind, erübrigt sich das
Führen der agrarischen Transparenzdatenbank und soll diese daher
abgeschafft werden."
Die Unterstützung von in wirtschaftliche Bedrängnis gekommenen
Menschen durch gesetzliche Sozialleistungen reicht eigentlich
schon ins 19. Jahrhundert zurück. In der Zwischenzeit gibt es
eine Vielfalt an Sozialleistungen, die nun mit der
bedarfsorientierten Mindestsicherung vereinheitlicht werden. "Es
wird also ein soziales und bundesweit ein-heitliches Auffangnetz
geschaffen!", so Eßl. Die Mindestsicherung für diejenigen, die
keine Arbeit finden oder nicht arbeiten können, ist
gerechtfertigt. Die Sozialhilfeeinrichtungen müssen prüfen, ob
jemand arbeitsfähig ist oder nicht. "Diejenigen, die es brauchen,
werden es bekommen, es darf aber kein Missbrauch entstehen",
verweist Eßl auf die Einführung der Transparenzdatenbank.
"Es ist wichtig, dass diese eingeführt wird", erläutert Franz
Eßl, dass sie für staatliche Ein-richtungen und in
anonymisierter Form für alle einsehbar sein wird. Da in der
parlamen-tarischen Debatte einige SP-Abgeordnete erneut die
Einbeziehung von Agrarumwelt-maßnahmen einforderten, stellt der
Bauernbund-Abgeordnete fest: "Nirgends gibt so viel Transparenz
wie im agrarischen Bereich, wo diese Zahlungen ja bereits
aufgelistet sind. Diese sind aber keine Sozialleistungen! Die
Bauern erbringen Leistungen, Agrar-Umweltleis-tungen, und dafür
erhalten sie Gegenleistungen", kritisierte Eßl auch, dass bei
der Agrar-Transparenzdatenbank selbstverständlich Name und
Adresse jedes einzelnen Empfängers enthalten ist, jetzt bei der
neuen Transparenzdatenbank dies aber nur in anonymisierter Form
feststellbar ist. "Daher sollten auch für die agrarische
Transparenzdatenbank die gleichen Maßstäbe gelten. Die
namentliche Auflistung widerspricht dem Gleichheitsgrund-satz
und sollte daher entfallen", fordert Eßl.
Einheitswert muss bleiben!
Kritik übte Franz Eßl auch an SPÖ-Abgeordneten Kräuter, der
erneut forderte, die Einheitswerte in Richtung Verkehrswert zu
heben. "Da sage ich ganz deutlich: Der Ertrag ist es, von dem
die Bauern leben, und nicht vom Wert der Grundstücke. Ich lehne
dieses Ansinnen und auch eine Erhöhung der Grundsteuer
entschieden ab."